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FSK:16
Genre: AU/OOC/depri/languages
Disclaimer: TR gehört nicht mir und es ist alles erfunden und Geld bekomme ich auch nicht dafür.
Claimer: Liina und Kameri und die darin lebenden Völker sind mein Eigentum!


Kapitel 1:Die Verwandlung

Mit Tränen in den Augen griff Liina nach einen ihrer honigblonden Zöpfe und schnitt ihn mit dem Messer ab. Lautlos fiel er zu Boden, der zweite folgte und das Mädchen schluckte tief. Ihr ganzer Stolz lag nun dort auf dem Boden, zu ihren Füßen, und sie hasste alle Fischfresser dafür, dass sie das tun musste!
Wie lange das Mädchen dieses Versteckspiel durchhalten sollte wusste sie nicht und genausowenig wusste sie, ob man ihr es überhaupt abnehmen würde.
Ein Mädchen das sich als Junge ausgeben sollte und damit nicht genug: Sie musste sich als den Sohn des Stammesoberhauptes ausgeben, weil ihr Vater seinen Sohn nicht herausgeben wollte!
Liina war doch nur das uneheliche Kind, ein Mädchen, was unwichtig war und selbst ein Pferd hatte mehr wert.
Und dennoch...Liina konnte es verstehen. Leevi war mit seinen sieben Jahren zu jung, um als Geißel ausgeliefert werden zu können, damit ein Waffenstillstand erzwungen werden konnte. Er würde seine Herkunft und seinen Glauben vergessen und genau wie diese Fischfresser werden!
Sie schlüpfte in die kostbare Hose, vermied den Blick auf die Zöpfe, die immer noch traurig zu ihren Füßen lagen und nahm sich die Binde zu Hand, um ihre kleinen, aber verräterischen Brüste abzuschnüren.
Die Hose fühlte sich seltsam eng an, ganz im Gegensatz zu den Kleidern und Röcken, die sie sonst trug und nur tragen durfte.
Wie sollte das nur gutgehen, fragte Liina sich wieder, als sie sich das Hemd überzog, ebenfalls aus kostbarem Stoff, so wie es sich als „Sohn“ des Stammesoberhauptes gehörte.
Und dann der Dolch erst! Juwelengeschmückt, die Schneide mehrmals gefaltet- nach der Art der Sianen- und aus dem härtesten Metall, das die Erde zu bieten hatte. Das Schwert, das das Mädchen nun anlegte, war vom selben hohen Wert und sie fragte sich, wie sie mit dieser schweren Waffe, die Liina nur mit müh und Not mit einer Hand halten konnte, eine gute Figur machen sollte, geschweige denn kämpfen.
Das alles und noch einiges mehr, was ihre Stiefmutter ihr zusammengepackt hatte, war jetzt ihres und das nur, weil sie eben mal zu einem Jungen geworden war.
Liina war fertig und betrachtete sich in einem Spiegel. Die blonden Haare ganz kurz, der Körper nun seltsam knabenhaft. Nur ihre Augen, eine Laune der Natur, waren dieselben wie immer. Das linke grün, das andere blau. Natürlich hatte sie keinen Bartwuchs und noch konnte man dagegen argumentieren: Er, das hieße sie, sei noch zu jung, um den ersten Bartflaum zu bekommen, ja bei einigen dauerte es sogar länger. Wie Liina das später, wenn es ein später geben sollte, erklären würde, wusste sie nicht und sie wusste auch nicht, wie sie so andere Dinge verbergen sollte, besonders die unreinen Tage einer Frau.
Liina schaue noch einmal böse ihr Spiegelbild an, straffe sich und trat aus der Zeltöffnung, hinaus in die pralle Sonne der Wüstensteppe. Die Hitze umfing sie wie Glut und die Sonne blendete Liina für einen Moment, blinzelte, um ihre Umgebung erkennen zu können.
Die sonst so geschäftige Ruhe des Nomadenvolkes war verschwunden. An deren Stelle war nervöse Spannung getreten und Unwissen, was nun mit ihnen geschehen sollte. Vereinzelt konnte das Mädchen die Krieger der Fischfresser, das Volk der Wasserläufer, ausmachen. Sie hatten sich in kleinen Gruppen zusammengeschlossen und saßen an Feuern, auf denen etwas zu Essen köchelte, tranken dieses Gebräu, was den Geist vernebelte und ihrem Volk strengstens verboten war.
Liina sammelte allen Hass, den sie nur aufbringen konnte und zog es wie einen Schutzschild um sich, um nicht vor Angst zu sterben.
„Bist du bereit, Leevi?“
Liina brauchte einen Moment, um zu verstehen, dass sie gemeint war und drehte sich dann um. Ihre Stiefmutter stand vor ihr, hatte die Hände in die Hüften gestemmt und wartete auf eine Antwort, aber Liinas Kehle war wie zugeschnürt und sie schaffte es nur stumm zu nicken.
„Gut. Die Frischfresser wollen aufbrechen. Komm mit.“ Ein Wink mit der Hand und Liina versuchte so aufrecht und Stolz wie möglich ihrer Ziehmutter zu folgen. Arja führte ihre Stieftochter zu den Ställen, ein einfacher Zaun, der schnell auf und abgebaut werden konnte, und deutete auf eine wunderschöne Stute.
„Eigentlich war dieses Pferd für den wahren Prinz gedacht, aber da du jetzt seine Stelle einnehmen musst, bekommst du es.“ Arjas Gesicht zeigte deutlich den Unwillen, dieses Pferd an ihre verachtete Stieftochter abtreten zu müssen und trotz ihrer Angst freute sich Liina, wenigstens ein wenig ihre Ziehmutter verärgern zu können. Dieses Tier stellte alles in den Schatten, was sie in den letzten Stunden bekommen hatte. Das Fell hatte fast dieselbe Farbe, wie der helle Wüstensand. Liina wusste, dass es ein ganz besonderes Tier war, eine Rasse die der Hitze der Wüste trotzte und lange ohne Wasser auskommen konnte. Liina wusste sogleich einen Namen für das edle Tier: Kohaku, in der Sprache der alten Schriften.
Sie schritt auf das Pferd zu und führte es aus dem Gehege, erst dann stieg sie auf. Das Volk der Wüstensteppe brauchten kein Zaumzeug oder Sattel, tatsächlich war ihnen das jahrhundertlang unbekannt gewesen. Hier, in der sandigen Einöde, ein waghalsiges Wettrennen zu veranstalten war wegen dem weichen Boden nicht möglich und so zog das Nomadenvolk schon immer im ruhigen Tempo durch die Wüste, von Wasserstelle zu Wasserstelle. Und dafür reichten zwei kräftige Hände, die sich an der Mähne festhielten.
Hochmütig ritt sie auf eine Gruppe Männer zu und lies sich von Kohakus Rücken gleiten. Eine Hand ruhte auf ihrem Schwertgriff, während ihre Augen die Gruppe streiften.
Einer dieser Männer blieb seine Mahlzeit fast im Hals stecken, als er Liina betrachtete und stieß dann seinen Gefährten an.
„Das soll der Prinz sein? Kein Wunder, das sein Vater ihn nicht hat mitkämpfen lassen. Das ist kein Mann, das ist ein Knabe.“
Wütend blitzten Liinas Augen ihm entgegen. Sie hatte alles verstanden, auch wenn es ihr nach so vielen Jahren Schwierigkeiten bereitete.
„Still! Ich glaub der Bursche kann uns verstehen.“ zischte der andere Mann.
„Solche langen Locken wie du hast, dürften bei uns nur die Frauen tragen!“ erwiderte Liina dann, nachdem sie sich die Worte erst mühsam zusammengesucht hatte. Sie erntete verblüffte Blicke. Er hatte einen deutlichen Akzent, war aber zu verstehen.
„Ich hab doch gesagt, der kann uns verstehen!“
Der Mann mit den Locken brummte und kratzte den Rest seiner Mahlzeit aus dem Napf.
„Woher würde ich gerne wissen.“
Für einen Moment zog sich alles in Liina zusammen. Sie würde nicht erzählen können, dass ihre leibliche Mutter die Sprache der Wasserläufer beherrscht hatte. Sie war eine Fremde gewesen, eingeschleppt von ihrem Vater und nicht „reinrassig“ gewesen. Das Blut eines Wasserläufers und des einer Sianen, die weit weg lebten, noch hinter der Grenze des großen Gebirges.
„Meine Amme brachte es mir bei.“ antwortete sie schließlich.
„Aha.“ Sagte der Lockenkopf und stellte seinen Napf beiseite, streckte sich und stand auf.
„Ich hab genug hier von dieser Hitze und der sandigen Einöde! Wie kann man nur so leben?!“
Liina durchzuckte ein Gefühl der Wut. Dieser Teil des riesigen Landes Kameri war wunderschön. Der Sand, der sich in kleinen Wellen über das Land ersteckte, die Sonne, die alles flimmern ließ und diese wunderbare Wärme. Die Eidechsen, die sich auf den Steinen sonnten, glitzerten oft in schimmernden Farben und dann die kleinen Oasen, die wie ein Wunder aus dem sandigen Boden wuchsen und Leben spendeten.
„Wenigsten fressen wir kein Fisch, so wie ihr!“ zischte das Mädchen hochmütig. Die heiligen Schriften verboten dies!
Der Lockenkopf zog eine Augenbraue hoch. Er verstand die Regeln dieses Volkes nicht. Für ihn waren die Steppenreiter verabscheuungswürdige Hinterwäldler, die ihre Frauen respektlos behandelten und sie wie ein Stück Vieh an den nächsten Ehemann verkauften.
„Nenne mir einen guten Grund, warum man dieses köstliche Tier nicht essen sollte.“
„Halalah hat es verboten! Er bestrafte alle mit dem Tode, die es trotzdem taten!“
Die zweite Augenbraue gesellte sich zu der nächsten und dann begann der Lockenkopf zu lachen.
Sehr wahrscheinlicher war, dass dieses Volk nicht wusste, wie man Speisen haltbar machte und da Fisch schnell verdarb, besonders bei dieser Hitze, waren einige an der Vergiftung gestorben.
„Fischfresser!“ zischte Liina und bestieg wieder ihr Pferd, um ihn von oben herab zu betrachten.
„He, der Wüstenkriecher wird frech!“ Der Lockenkopf stieß seinen Kameraden an.
„Lass ihn! Für ihn ist das ganze bestimmt nicht leicht!“
Liina zog eine Grimasse, trieb Kohaku an und ritt an der Gruppe hochmütig vorbei. Sie hatten keine Ahnung! Leicht würde das bestimmt nicht werden, aber wenn sie es schaffte nicht aufzufliegen und den Stammesoberhaupt der Fischfresser zu töten, würde sie mit Ehre überschüttet werden und endlich von ihrem Vater den Respekt bekommen, den sie dann verdiente!
Ziellos ritt das Mädchen durch die Reihen und beobachtete wie die Wasserläufer ihren Proviant zusammensuchten- die Lebensmittel ihres Volkes!- und ihre Pferde für die lange Reise vorbereiteten.
Ein Packpferd mit ihren Habseligkeiten war bereits fertig beladen und stand bei den Pferden der Wasserläufer, niemand beachtete sie, als die Krieger sich langsam um den Hauptmann scharrten. Sie könnte jetzt einfach fliehen, aber wohin? Außerdem musste sich doch für ihr Volk einstehen und so schloss das Mädchen sich dann der Karawane an, als sie die kleine Nomadenstätte verließen.
Ihr Herz blutete und dass die Wasserläufer unter der Hitze zu leiden hatten, tröstete Liina auch nicht wirklich. Öfter als ein Steppenreiter rasteten die Krieger und jammerten, nörgelten unter diesen „Unmenschlichen“ Bedingungen reisen zu müssen. Sie hatten einen Führer bei sich und Liina fragte sich, wie sie es ohne ihren Stammesbruder überhaupt geschafft hatten, die Wüste zu durchqueren, ihr Volk aufzuspüren und es anzugreifen.
Bei einer weiteren Rast nahm das Mädchen eine Handvoll Sand und füllte es in eine kleine tönerne Phiole, schob es unter ihr Hemd, fest eingeklemmt in ihrer Brustbinde. Oft hatte sie den Geschichten gelauscht, in dem erzählt wurde, wie schlimm der Landschnitt der Wasserläufer war.
In diesem Teil des Landes war es kalt und man fror immer, so sehr, bis selbst das Herz erkaltete und aus diesen Menschen mitleidlose Monster machte. Und überall war Wasser und Boden, das von dem kühlen Nass unbarmherzig umfangen wurde, sodass es Menschen auffraß, einfach mit sich in die Tiefe riss. Manchmal geschah es sogar, das Wasser fest wurde, ganz starr und das nannte man dann „Eis“.
All das ließ ihr Herz vor Angst schmerzhaft zusammenziehen und sie verlagerte ihre Gedanken auf den Hass, den sie für die Fischfresser empfand. Hass war zu ertragen, aber Angst fraß sich in das Herz und machte schwach und angreifbar. Und doch…..so sehr sich Liina bemühte, ein kleiner Teil weinte darum, das sie ihre Heimat verlassen musste. Alleine. Ohne Familie und ohne Freunde. Eine Fremde unter Fremden.



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