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Teil 2:Der Prinz

Fast einen Monat waren sie unterwegs, als sich das Landschaftsbild langsam änderte. Das Grün, das Liina sonst nur von den Oasen her kannte, kehrte zurück, bedeckte erst wenige, dann ganze kleine Landstriche mit dem saftigen Gras. Und es wurde merklich kühler. Zwar atmeten die Wasserläufer hörbar auf, aber Liina lernte das erste Mal kennen, wie es war zu frieren. Tagsüber war es nicht so schlimm, sogar weniger anstrengend, als die heimatliche Hitze, aber nachts fror das Mädchen entsetzlich .Schnell begriff sie, das Decken oder mehr Kleidung dem Abhilfe schaffen konnte, aber sie wehrte sich endschieden dagegen, die Fischfresser darum zu bitten ihr das zu geben. Trotzdem fand Liina irgendwann eine Decke zwischen ihren Habseligkeiten und nach wenigen Tagen siegte die Vernunft und sie nahm es an.
Als der erste Fluss vor ihren Augen auftauchte staunte das Mädchen. So viel Wasser und es bewegte sich! Vorbei waren die Tage, an denen sie Wasser aus den Kakteen genommen hatten oder an einer der wenigen Wasserstelle halt machen mussten. Doch als die Karawane einen Weg-sie lernte es hieße Brücke-überquerten, bekam Liina es mit der Angst zu tun. Keiner der Steppenreiter konnte schwimmen und sie fürchtete, das Halalah kommen würde, um sie in die Fluten zu werfen, als Strafe dafür, dass sie sich wie ein Mann gebärte. Aber nichts geschah und als die Männer Fisch fingen, fastete das Mädchen, als Dank dafür, das Halalah sie verschont hatte. Trotzdem drehte es ihr der Magen um. Wasser war etwas sehr kostbares, heilig, und die Fische fast wie Kinder des Wassers und wurden genauso verehrt, wie das heilige Nass selbst.
Doch dann geschah in ihren Augen etwas Ungeheuerliches! Die Männer gingen schwimmen. Sie rissen sich ihre Kleider vom Leib und tauchten in dem Nass unter. So sah das aus? Schämend verkoch sich Liina in ihrem Zelt und schwor sich niemals einen Mann zu ehelichen. Als man sie locken wollte, doch mitzukommen weigerte sich Liina energisch, auch wenn alles in ihr danach schrie, sich wenigsten am Uferrand zu säubern. Doch das traute das Mädchen sich nur nachts und es war eine Wohltat, das waschen und das lösen ihrer Brustbinde.
Pauli, der Lockenkopf, mit dem Liina am ersten Tag einander geraten war, sah nachdenklich zu Leevis Zelt hinüber. Was mochte der Junge für ein Gebrechen haben, dessen er sich schämte und deswegen verbarg?
Es musste wirklich übel sein, denn Leevi war eigentlich eine Schönheit. Etwas knabenhaft noch, aber später, wenn sich die Männlichkeit erst richtig entwickelt haben würde, würden viele Frauen ihm in Scharen hinterherrennen. Alles Exotische zog Frauen beinahe magisch an und Leevi war mit seiner gebräunten, glatten Haut und den mandelförmigen Augen wirklich sehr anders.
Als der zweite Monat fast herum war, ritten sie auf ein Dorf hinzu. Oder etwa eine Art Ansammlung von seltsamen kleinen Hütten in den Bäumen.
Eero, der wirklich immer freundlich zu ihr war, erklärte, dass dieses Volk sich Damako nannten und sie mit den Wasserläufern ein Bündnis geschlossen hatten. Reger Handel und treue Freundschaft verbanden die beiden Völker miteinander.
Sie machten dort halt, stockten ihre Vorräte auf und trafen dort auf einen jungen Mann, der Liina zusehends verwirrte. Das erste was das Mädchen sah, war ein blonder Struwelkopf, dann die grünen Augen.
„Du bist also der Prinz der Steppenreiter?“ Der junge Mann musterte sie und erschrak etwas, da er diesem Leevi gleich große Sympathie entgegenbringen konnte. Seine Augen, das eine so grün wie seine eigenen und das anders so blau, wie das Element ihres Volkes, auf denen sie lebten, schien ihm in den Bann zu ziehen.
„Und wer bist du?“ antwortete er spitz, musterte ihn aus seinen Mandelaugen.
„Lauri, der Sohn des Stammesoberhaupt der Wasserläufer.“ Er deutete eine leichte Verbeugung an, in seinen grünen Augen glitzerte der Schalk.
„Schöner Prinz, der sein Volk nicht unterstützt!“ antwortete Leevi hochmütig.
Er wäre gerne mit den anderen Männern durch die Steppe geritten, aber er war dem Tode nahe gewesen und die Damako hatten eine ausgefeilte Heilkunst und verstanden sich sogar darauf, in den Körper hineinzusehen. Chirurgie nannten sie das.
Doch Lauri sparte sich eine Erklärung und fragte sich, wieso er nicht beleidigt auf Leevis Hochmütigkeit reagierte, stattdessen ertappte er sich wieder dabei, wie er den Steppenprinzen eingehend musterte. Ein wenig stach ihn der Neid. Er wusste sehr wohl, wie die Frauen auf Leevi reagieren würden.
Leevi wandte sich verächtlich ab und trat auf die große Plattform, eine Art hölzerner Balkon in dem Wipfel des Baumes, hinaus und starrte in den grauen Himmel.
Hier regnete es sehr oft, dachte Liina traurig. In der Wüstensteppe kam das auch ein paar Mal im Jahr vor, aber dort war der Regen warm und nicht so kalt wie hier. Frierend zog das Mädchen die Schultern hoch und ärgerte sich über ihre offenkundige Schwäche. Während die Damakos und die Wasserläufer nur mit einem Hemd und einer leichten Hose bekleidet durch die Wälder streiften, musste sie sich warm anziehen.
Und schon begann es zu regnen, einem Wolkenbruch ähnlich, und sie flüchtete zurück in die Baumhütte, wo Lauri sich an ihr vorbeidrängte, um sich in den Regen zu stellen. Vorsichtig beobachtete das Mädchen den junge Mann, wie er am Geländer der Plattform stand und sich nass regnen lies. Nun, sie musste zugeben, auch die Steppenreiter liebten ihr Element, die Sonne, die Hitze, die dem Feuer glich. Man sagte, das Herz eines Steppenreiters war ungestüm, Stolz und hitzig wie das Land selbst und das Volk des Wassers floss ruhig dahin, um irgendwann wie ein Ungetüm über die Ufer auszubrechen oder ganz zu Erstarren wie Stein.
Ruckartig setze sich Liina plötzlich wieder in Bewegung und gesellte sich neben Lauri an das Geländer, um den Wassertropfen beim Fallen zuzuschauen. Schwäche zeigen, das Verbot ihr Stolz!
Doch nach wenigen Momenten fühlte das Mädchen sich kläglich. Das Hemd klebte ihr am Körper, sie fror und Liina sehnte sich nach der Wüstensonne, die ihr ganzes Leben ihr Begleiter gewesen war.
„Du solltest besser wieder reingehen. Wir sind das gewöhnt, du aber nicht.“ Lauri drehte den Kopf und lächelte schwach, aber freundlich.
Wut durchzuckte sie. Er sollte nicht freundlich zu ihr sein, denn dann konnte sie ihm nicht mit Hass und Verachtung begegnen! Liina holte tief Luft und beschloss seine Aufforderung zu übergehen.
„Was habt ihr nun mit mir vor?“ Sie zwang sich, gleichgültig zu klingen, auch wenn ihr Herz ängstlich flatterte, wie eine Libelle.
„Wenn du dich benimmst und Loyalität zeigst, bilden wir dich zu einem unserer Krieger aus….wenn nicht….bleibst du unser Gefangener.“
Wütend blitzen die zweifarbigen Augen Lauri entgegen, seine Fäuste ballten sich um das Geländer.
„So oder so, werde ich euer Gefangener bleiben! Dabei habt ihr damals angefangen!“
Da war die Wut wieder, die Mut und Stärke mit sich brachte!
Auf Lauris Gesicht zeichnete sich deutlicher Ärger ab, doch dann erstarrten seine Gesichtszüge zu einer undurchdringlichen Maske. Dieser Junge war verstockt, hatte den Hass mit der Muttermilch bereits aufgesogen und es würde nichts bringen mit ihm zu streiten.
„Sieh wie du es willst. Du hast deine Chance, als mach etwas daraus.“ sagte Lauri ruhig.
Leevi schnaubte und drehte sich hastig um, stiefelte wieder in die Hütte hinein. Lauri sah ihm nachdenklich nach. Er hatte im ersten Impuls gehofft, seine Freundschaft zu erringen, aber Leevis Blick schien getrübt. Er war vielleicht noch zu jung, um über den Tellerrand hinwegzuschauen.
Schade eigentlich.
Er riss seinen Bick von dem Fleck los, wo Leevi verschwunden war. Lauri ging es gehörig gegen den Strich, das dieser Bursche ihn beschäftigte!



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